Geschichte

Im Jahre 1951 wurde die Freiwillige Feuerwehr Vornhagen gegründet. Die Wehr umfasste im Gründungsjahr 27 Mitglieder.

Dem ersten Vorstand gehörten folgende Kameraden an:

Brandmeister: Friedrich Gümmer
Brandmeister-Stellvertreter und Gruppenleiter: Wilhelm Lutter
Kassierer: Wilhelm Hesterberg
Schriftführer: Friedrich Bartels

Schon 1953 konnte ein auf dem Grundstück der Familie Möller Nr. 7 errichtetes Gerätehaus eingeweiht werden. Gleichzeitig erhielt die Wehr eine neue VW-Spritze von der Firma „Bachert“.

Neben dem Feuerwehrdienst, Unterweisung im Belange des Feuerschutzes und der Hilfeleistung auf verschiedenen Gebieten, musste die Wehr auch bei Ernstfällen zur Stelle sein.

In den folgenden Jahren wurden, mit wechselndem Erfolg, dann auch die ersten Wettkämpfe bestritten. Der große Durchbruch gelang im Jahre 1957, als die erste Kreismeisterschaft errungen wurde. Viele Siege und gute Plätze bei Freundschaftswettkämpfen schlossen sich an. 1962 wurde die Freiwillige Feuerwehr Vornhagen zum zweiten mal Kreismeister.

Jahreshöhepunkte waren jeweils die Generalversammlungen, die dicht gedrängt in allen Räumen des Hauses Hesterberg bei viel Doppelkopf und Doppelkorn veranstaltet wurden.

Seit 1963 werden die Jahreshauptversammlungen in einem neuen Rahmen abgehalten; nach dem offiziellen Teil werden die Feuerwehrfrauen zu einem gemeinsamen Essen eingeladen, anschließend ist Tanz.

Als im Jahre 1963 der Kreismeistertitel nicht verteidigt werden konnte, hatte Brandmeister F. Gümmer, wie so oft, das richtige Mittel parat. Er vereinbarte zur ‚moralischen Aufrüstung umgehend Freundschaftswettkämpfe mit den Wehren aus Ottensen, Heuerßen, Ohndorf und Riepen. Hierbei schnitt die Vornhäger Wehr gut ab. Bis 1986 wurden diese Wettkämpfe, stets von großer Kameradschaft getragen, durchgeführt. Schon 1964, so scheint es, war das Selbstvertrauen wiedererlangt und die Wehr konnte den Kreismeistertitel in einer Rekordzeit von unter 50 Sekunden erringen. Vielleicht lag es auch an der neuen VW-Spritze, Marke Ziegler.

1965 stellte die Gemeinde der Freiwillige Feuerwehr einen Übungsplatz zur Verfügung. Mit viel Eigenarbeit der Mitglieder wurde er zur weltbekannten „Kampfbahn Grüne Erde“ ausgebaut.

Auf Wettkampfebene gelang der große Wurf am 8. September 1968. Die Freiwillige Feuerwehr Vornhagen konnte sich mit dem Titel eines Bezirksmeisters schmücken (Regierungsbezirk Hannover). Im Allgemeinen wurde anerkannt, dass die größten Erfolge sich immer dann einstellten, wenn der Konsum von geistigen Getränken vor dem Wettkampf untersagt war.
Am 1.1.1970 trat die Gemeinde Vornhagen auf freiwilliger Basis der Samtgemeinde Lindhorst bei. Für die Freiwillige Feuerwehr hatte dies keine Auswirkungen. In den Folgejahren versuchte sich die Wehr auch bei Orientierungsfahrten, ‚Feuerwehr-Ralley‘ genannt. Ob immer die falschen Landkarten oder die falschen Leute an Bord waren, man kam trotz mehrerer Versuche über einen zweiten Platz nicht hinaus. Auf dem Gebiet der Wettkämpfe, wo es um Schnelligkeit, Konzentration, präzises Arbeiten und mannschaftliche Geschlossenheit ankommt, ließ dagegen der Erfolg nicht auf sich warten. Neun Kreismeisterschaften und eine Bezirksmeisterschaft sind eine stolze Bilanz. Dass diese Erfolge im nahen und weiteren Bereich nicht nur eitel Freude auslöste, mag ein kleiner Beitrag aus der Festschrift zum 25jährigen Jubiläum 1976 belegen.

Mehr gefürchtet als geliebt
ist sie, schon seit es sie gibt,
hier im Lande ringsumher
die Vornhäger Feuerwehr.

Sonderlich auf Wettkampfbahnen
konnte man die Spannung ahnen,
und den Freudenschrei erleben,
wenn uns ging mal was daneben.

Ist es denn nur Glück zu nennen,
oder lag es auch am Können,
dass wir uns in zwei Jahrzehnten
mit zehn Meistertiteln krönten?

Wo der Kameradschaft Treue verbindet sich
mit Ernst und Fleiß,
winkte stets und winkt aufs Neue
allen der ersehnte Preis.

Als Ersatz für den mittlerweile 14 Jahre alten VW-„Bulli“ kaufte die Gemeinde Vornhagen 1973 ein neues Löschfahrzeug. Die Größe des Fords (6-Sitzer) machte einen Umbau des Gerätehauses notwendig.

Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Gebiets- und Verwaltungsreform am 1.3.1974 ist die Gemeinde Vornhagen ein Ortsteil der Gemeinde Lüdersfeld. Der Feuerschutz obliegt der Samtgemeinde Lindhorst. Wenn es einer Dokumentation des guten Einvernehmens in der Feuerwehr Vornhagens bedürfte, so mag folgendes Beispiel gelten:
25 Jahre von 1951 bis 1976 blieb das Kommando: Brandmeister, Schriftführer und Kassierer mit den gleichen Personen besetzt im Amt.

Die Siegesserie bei den Feuerwehrwettkämpfen fand selbstverständlich auch in der Zahl der Pokale im Vereinslokal seinen Ausdruck. Immer näher rückte die zunächst angepeilte Zahl 100. Am 30.5.1974 anlässlich eines Wettkampfes in Lüdersfeld war es dann soweit, der 100. Pokal konnte in Empfang genommen werden. Dass dieses Ereignis gebührend gefeiert werden musste, versteht sich von selbst.

Auch in den folgenden Jahren wurde der Dienstbetrieb und die Vorbereitungen zu Wettkämpfen stets als eine sich ergänzende Einheit angesehen und durchgeführt.

Im Jahre 1981 fand ein Wechsel an der Spitze der Feuerwehr statt. Für den Orts- und Samtgemeinde Brandmeister Friedrich Gümmer wurde der Löschmeister Wilfried Steege zum Ortsbrandmeister gewählt und von der Samtgemeinde bestätigt. Den Platz des stellvertretenden Ortsbrandmeisters nahm Wilfried Gümmer ein.
Wenn auch die Gebietsreform keinen nachteiligen Einfluss auf die Wehr hatte, so gab es dennoch 1983 Grund zur Annahme, dass die kleine Wehr Vornhagen in ihrem Bestand in Frage gestellt wurde. Die Freiwillige Feuerwehr Vornhagen verabschiedete in ihrer Jahreshauptversammlung am 10.2.1983 auf Antrag von Friedrich Hecht folgende Resolution:
Nach den heutigen Ausführungen des Samtgemeindebrandmeisters Friedrich Gümmer ist es nicht auszuschließen, dass in verschiedenen Gremien der Samtgemeinde Lindhorst die Frage geprüft wird, ob die Selbständigkeit der Freiwillige Feuerwehr Vornhagen sinnvoll sei. Die Kameraden der Freiwillige Feuerwehr Vornhagen nahmen mit Bestürzung die Ausführungen ihres früheren Ortsbrandmeisters zur Kenntnis und waren nicht bereit, diesen Gedanken weiteren Glauben zu schenken. Die Freiwillige Feuerwehr Vornhagen hat in der Vergangenheit und in der Gegenwart neben ihren Aufgaben des Feuerschutzes viele weitere Aufgaben im Gemeinwesen übernommen. Wir können davon ausgehen, dass bei einer tatsächlichen Auflösung unserer Wehr, das schon nach der Gebietsreform 74 stark angeschlagene Gemeinschaftsdenken und -handeln in unserem Ortsteil großen Schaden nehmen wird.

Nach zähen Verhandlungen zwischen den Vertretern der Freiwillige Feuerwehr Vornhagen und Vertretern der Samtgemeinde Lindhorst konnte folgende Übereinkunft erzielt werden: Der Bestand der Freiwillige Feuerwehr Vornhagen wird gewährleistet, wenn im Ortsteil Vornhagen, wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben, ein Schulungsraum errichtet wird. Die Samtgemeinde geht davon aus, dass die Freiwillige Feuerwehr Vornhagen in angemessener Weise durch Eigenleistung dazu beiträgt, die Kosten für den Neubau in Grenzen zu halten. Dieses Verhandlungsergebnis akzeptierte die Wehr Vornhagen. Nachdem die politische Gemeinde Lüdersfeld einen Bauplatz, ein Teilstück der bekannten Übungswiese „Kampfbahn Grüne Erde“ kostenlos zur Verfügung gestellt hatte, konnte am 1.7.1984 der Grundstein zum neuen Gerätehaus gelegt werden. Im Herbst 1985 wurde der Bau fertig gestellt. An Eigenleistung für Erd-, Maurer-, Schlosser- und Fliesenlegerarbeiten wurden 3472 Stunden geleistet.

Der letzte große Brandeinsatz im eigenen Dorf war am 2. Pfingsttag 1985. Es brannte der Bauernhof Heinrich Bremer 34 durch Blitzschlag. Die Lösch- und Aufräumungsarbeiten erstreckten sich über drei Tage.

Von den ca. 300 Einwohnern des Ortes Vornhagen sind in den Jahren 1951-1990 insgesamt 20.440,– DM an freiwilligen Beiträgen für die Kameradschaftskasse der Freiwillige Feuerwehr Vornhagen zusammengetragen worden.